Das Maß

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Der Beitrag führt in die letzte Kategorie der Seinslogik, das Maß, ein und zeigt den Übergang zur Wesenslogik. Im Mittelpunkt steht das Umschlagen von Qualität und Quantität sowie ihre Beziehung zum Wesen.

Diese neue und letzte Kategorie der Seinslogik ist das Maß. Danach folgt der Übergang in die Wesenslogik und in die wesenslogischen Kategorien und damit das Maß schon an sich das Wesen.

Das vollendete Quantum ist gesetzt als sich von sich abstoßend, womit also zwei Quanta sind. Die beiden sind aufgehoben, aber nur als Momente einer Einheit und dieses Verhältnis, diese einfache Beziehung auf sich des Quantums, ist seine eigene Bestimmtheit, die Qualität des Quantums. Damit ist die Quantität wieder in die Qualität übergegangen.

Das Maß als Einheit von Qualität und Quantität gliedert sich wieder in drei Abschnitte. Da gibt es die Regel, in der die Momente des Maßes (die Qualität und die Quantität) noch im Gegensatz sind. Im Maßlosen hat sich das Maß dann selbst zum Moment bestimmt und besteht aus einer Reihe von Maßverhältnissen. In der Indifferenz der Maßbestimmungen erweist sich das ineinander Umschlagen von Qualität und Quantität als einfache Beziehung auf sich, welche das Sein überhaupt und auch dessen Formen als aufgehoben enthält.

Regel, Maßloses und Indifferenz

Das Maß ist die gewordene qualitative Quantität. Als ein unmittelbares ist das

D | e,a Maß

ein Quantum, an das ein Dasein oder eine andere Qualität gebunden ist. Verändert sich das Quantum im Maß ohne Änderung des Daseins oder der Qualität, ist also das Dasein konstant D= und das Quantum variabel (e,a)ungleich, dann handelt es sich um ein Maß, das eine

D= | (e,a)ungleich Regel

bezeichnet. Ein Überschreiten des Maßes in Hinblick auf seine Quantität derart, daß damit eine Qualitätsänderung verbunden ist, führt in das

Dungleich | (e,a)ungleich Maßlose.

Damit hat die Quantität eine andere Qualität gesetzt und eine neue Regel aufstellt, die aber von qualitativer wie quantitativer Seite wieder durchbrochen werden kann.

Und so ergibt sich ein unendlicher Progreß des Umschlagens von Qualitäten und Quantitäten ineinander. Beide Seiten des Seins zeigen sich hier als Negationen und jede Seite ist nur vermittels der jeweils anderen. So stehen sie zueinander in relativer Identität. Sie bilden eine Indifferenz und gehen in den wechselseitigen Umschlägen zwischen Qualität und Quantität nur mit sich selber zusammen. Diese Beziehung des Seins auf das Sein ist das Wesen.

Ausführliche Ausarbeitung

Mit dem Übergang zur Wesenslogik gelangen wir zu den wesenslogischen Kategorien. Das Wesen ist das vollendete Maß und darin ist das Maß dann auch seinem Begriff gemäß geworden. Dieser Begriff des Maßes ist aber jetzt am Anfang noch nicht gesetzt. Die Entwicklung des Maßes beinhaltet die Unterscheidung seiner Momente, aber zugleich die Beziehung derselben und dadurch werden sie dann gesetzt. Das Maß ist jetzt am Anfang als unmittelbares und Einfaches noch eine Kategorie, die aus dem Ineinssetzen der unaufgehobenen Momente Qualität und Quantität des quantitativen Verhältnisses resultiert. Und damit ist es ein Quantum, das an eine Qualität geknüpft ist. So ist das Quantum spezifisch. Dieses spezifische Quantum kann mit seiner quantitativen Bestimmung des Daseins vermehrt und vermindert werden, ohne daß das Dasein seine Qualität verliert. Das Maß ist so eine Regel.

Die Qualität kann aber auch überschritten werden. Damit wird aber nicht die Qualität überhaupt, sondern nur eine bestimmte Qualität negiert. Und die neue entstandene Qualität ist selbst wieder nur ein quantitatives Verhältnis. In dieser Entwicklung realisiert sich das Maß, indem es sich zu sich selbst ins Verhältnis setzt. Das Maß ist jetzt selbst ein Moment geworden, womit es dann auch zu einem Aufgehobenen bestimmt wird. Jetzt steht ein Maßverhältnis anderen Maßverhältnissen gegenüber und sie gehen ineinander über. Das Maß geht damit im Maßlosen zugrunde.

Das Maß hat sich jetzt entäußert und es stehen sich nun eine Reihe von Maßverhältnissen als (Hegel sagt dazu) formelle Totalitäten gegenüber. Und diese Totalitäten sind in sich selbständig. Totalität deshalb, weil sie keine Grenze mehr am anderen haben, sondern sich durchdringen. Deswegen sind sie als Totalitäten selbstständig. Jedes hat seine Bestimmtheit an ihm selbst. Und sie sind formell, weil sie noch nicht gesetzt sind.

Also das quantitative Hinausweisen über sich zu einem anderen Quantitativen geht unter in dem Hervortreten eines Verhältnisses, das eine Qualität ist. Und das qualitative Übergehen hebt sich eben darin auf, daß die neue Qualität selbst nur ein quantitatives Verhältnis ist.

Aber die Entwicklung des Maßes endet nicht mit dem endlosen Umschlagen von Qualität in Quantität und von Quantität in Qualität, sondern ist die wahre Unendlichkeit des in seinem Anderen mit sich selbst Zusammengehens.

Hegel unterscheidet einerseits zwischen der Qualität und der Quantität, die ineinander übergehen, und andererseits zwischen der bewegten Einheit, die er an dieser Stelle Indifferenz nennt. Diese Indifferenz ist hier eine absolute Gleichgültigkeit, ein bedeutungsloser Unterschied, der dadurch entsteht, daß die Bestimmtheiten des Seins, Qualität und Quantität negiert werden und sich damit das unmittelbare Maß sich zur einfachen Einheit mit sich vermittelt. Die Indifferenz ist also als ein Resultat der gesamten Entwicklung des Seins anzusehen. Und diese Indifferenz ist aber noch nicht das Wesen, sie gehört noch der Seinslogik an, weil sie sich so darstellt, als verhalte sie sich dem Umschlagen von Qualität und Quantität passiv gegenüber. Die Indifferenz ist an sich die Totalität, in der alle Bestimmungen des Seins aufgehoben und enthalten sind. So gesetzt ist sie einfache und unendliche negative Beziehung auf sich, die Unverträglichkeit ihrer mit ihr selbst, Abstoßen ihrer von sich selbst.

Das Bestimmen und Bestimmtwerden der Indifferenz ist kein Übergehen, auch keine äußerliche Veränderung und auch kein Hervortreten der Bestimmungen an ihr, sondern nur ihr eigenes Beziehen auf sich, das die Negativität ihrer selbst, ihres Ansichseins ist. Negativität ist die Negation der Negation. Setzen der Bestimmtheit und wieder negieren dieser Bestimmtheit. Das Wiederherstellen der einfachen Beziehung auf sich. Das aufgehobene Sein ist jetzt in seinen Bestimmungen (Qualität und Quantität) negiert, und damit ist es das Wesen.

Damit ist das unmittelbare Sein des Anfangs und die unterschiedenen Bestimmtheiten der Seinslogik verschwunden und so ist das Sein zum Wesen bestimmt, nämlich das Sein als einfaches Sein mit sich durch das Aufheben des Seins.

Im Wesen findet kein Übergehen mehr statt, sondern nur Beziehung. Im Sein ist alles unmittelbar und in der Entwicklung des Unmittelbaren findet das Übergehen statt. Wenn (in der Sphäre des Seins) das Etwas zu Anderem wird, so ist hiermit das Etwas verschwunden. Natürlich ist die Beziehung in der Seinslogik schon vorhanden, aber erst an sich. Sie ist erst nur unsere Reflexion und ist in den Kategorien der Seinslogik noch nicht gesetzt. Im Wesen dagegen ist die Beziehung dessen eigene Bestimmung. Hier haben wir kein wahrhaft Anderes, sondern nur Verschiedenheit, Beziehung des Einen auf sein Anderes.

Das Quantum ist quantitatives Verhältnis und damit eine Qualität. Die Qualität auch nur ein qualitatives Verhältnis. Und im Übergehen von einer Qualität in die andere entsteht wieder ein anderes quantitatives Verhältnis. Dies Übergehen des Qualitativen und des Quantitativen ineinander geht auf dem Boden ihrer Einheit vor, und der Sinn dieses Prozesses ist nur das Dasein, das Zeigen oder Setzen, daß demselben ein solches Substrat zugrunde liegt, welches ihre Einheit sei.

Weitere Erklärungen

Größen- und Maßbestimmungen

Das Maß ist in seiner Unmittelbarkeit eine gewöhnliche Qualität von einer bestimmten ihr zugehörigen Größe. An da Quantum ist eine Qualität geknüpft. Es unterscheidet 2 Momente, das eine ist das Quantum mit gleichgültiger Grenze, an der ohne die Qualität zu ändern hin und her gegangen werden kann. Und das andere ist qualitativ, spezifisch. Beides sind Größenbestimmungen des Maßes und jedes Moment hat eine verschiedene Existenz.

Die wahrhafte Bestimmung also der reellen veränderlichen Größe ist, daß sie die qualitativ bestimmte ist. In dieser veränderlichen Größe ist es gesetzt, daß das Quantum nicht als solches gilt, sondern nach seiner ihm anderen Bestimmung, der qualitativen.

In ihrem Maßverhältnis als Größenbestimmtheiten zunächst überhaupt genommen, ist die eine davon Anzahl, die in äußerlicher, arithmetischer Progression auf- und abgeht, die andere eine Anzahl, die durch jene, welche Einheit für sie ist, spezifisch bestimmt wird. Das Quantitative beider Seiten ist also jetzt qualitativ bestimmt. Sie sind so Momente einer Maßbestimmtheit von qualitativer Natur.

Das ausschließende Maß bleibt in seinem realisierten Fürsichsein selbst mit dem Momente quantitativen Daseins behaftet, darum des Auf- und Absteigens an der Skala des Quantums fähig, auf welcher die Verhältnisse sich ändern. Etwas oder eine Qualität als auf solchem Verhältnisse beruhend wird über sich hinaus in das Maßlose getrieben und geht durch die bloße Änderung seiner Größe zugrunde.

Knotenlinie der Maße

In der Knotenlinie der Maße ist das Quantum als nur gleichgültige Bestimmtheit zugleich als spezifizierend gesetzt. Das neue Maßverhältnis, in welches das zuerst vorhandene übergeht, ist ein Maßloses in Rücksicht auf dieses, an ihm selbst aber ebenso eine für sich seiende Qualität; so ist die Abwechslung von spezifischen Existenzen miteinander und derselben ebenso mit bloß quantitativ bleibenden Verhältnissen gesetzt, – so fort ins Unendliche.

Was also in diesem Übergehen vorhanden ist, ist sowohl die Negation der spezifischen Verhältnisse als die Negation des quantitativen Fortgangs selbst; das fürsichseiende Unendliche.

Das Quantum bezieht sich auf sich

Das Maß ist die einfache Beziehung des Quantums auf sich, seine eigene Bestimmtheit an sich selbst. So ist das Quantum qualitativ. Zunächst ist es als unmittelbares Maß ein unmittelbares, daher als irgendein bestimmtes Quantum. Das Quantum als diese nicht mehr gleichgültige Grenze, sondern sich auf sich beziehende Äußerlichkeit ist so selbst die Qualität. Das Quantum hat als Maß aufgehört, Grenze zu sein, die keine ist; es ist nunmehr die Bestimmung der Sache, so daß diese, über dies Quantum vermehrt oder vermindert, zugrunde ginge.

Das Maß ist in seiner Unmittelbarkeit eine gewöhnliche Qualität von einer bestimmten ihr zugehörigen Größe. Von der Seite nun, nach welcher das Quantum gleichgültige Grenze ist, an der, ohne die Qualität zu ändern, hin- und hergegangen werden kann, ist seine andere Seite, nach welcher es qualitativ, spezifisch ist, auch unterschieden. Die Qualität bleibt gleich, das Maß wird nicht aufgehoben. Das Maß ist so ist eine Regel.

Beide Seiten haben hiernach auch eine verschiedene Existenz. Die Existenz des Maßes, welche die an sich bestimmte Größe ist, ist dann in ihrem Verhalten zu der Existenz der veränderlichen, äußerlichen Seite ein. Aufheben ihrer Gleichgültigkeit, ein Spezifizieren desselben.

Durch Veränderung der Quantität ändert sich das Dasein, ohne seine Qualität zu ändern. Die Qualität bleibt gleich, das Maß wird nicht aufgehoben. Das Maß ist so ist eine Regel.

Es kann mit der Veränderung der Quantität aber auch die Qualität überschritten werden. Denn die Quantität ist, wie wir gesehen haben, nicht nur der Vermehrung und Verminderung fähig, sondern sie ist überhaupt das Hinausschreiten über sich selbst. Dadurch wird eine entsprechende Qualität aufgehoben. Es wird damit nicht die Qualität überhaupt, sondern nur eine bestimmte Qualität negiert. Da aber das andere quantitative Verhältnis, das Maßes des ersten, ebenso sehr qualitativ ist, so ist das Maßlose gleichfalls ein Maß. Diese beiden Übergänge von Qualität und Quantum können wieder als unendlicher Progress vorgestellt werden.

Die Unmittelbarkeit des Maßes wird aufgehoben. Qualität und Quantität selbst sind am Maß zunächst als unmittelbare. Das Maß hebt sich aber auf in das Maßlose, in seine Negation. Das Maßlose ist jedoch selbst auch Einheit der Quantität und Qualität und damit ein Maß. So geht das Maß nur mit sich selbst zusammen.

Vollendetes Sein

Das Maß als die Einheit der Qualität und der Quantität ist hiermit zugleich das vollendete Sein. Es ist nicht mehr das abstrakte und bestimmungslose Sein des Anfangs. Jetzt bestimmt sich das Sein selbst und seine vollendete Bestimmtheit erreicht es im Maß.

„Das Maß als die Einheit der Qualität und der Quantität ist hiermit zugleich das vollendete Sein.“

Nachdem die Unmittelbarkeit des Maßes sich aufgehoben hat, so ist diese Einheit nunmehr gesetzt als das, was sie an sich ist. Sie ist einfache Beziehung auf sich, welche das Sein überhaupt und dessen Formen als aufgehobene in sich enthält. Das Sein oder die Unmittelbarkeit, welche durch die Negation ihrer selbst Vermittlung mit sich und Beziehung auf sich selbst ist, somit ebenso Vermittlung, die sich zur Beziehung auf sich, zur Unmittelbarkeit aufhebt, ist das Wesen.

Es liegt in dem Maße bereits die Idee des Wesens, nämlich in der Unmittelbarkeit des Bestimmtseins identisch mit sich zu sein, so daß jene Unmittelbarkeit durch diese Identität-mit-sich zu einem Vermittelten herabgesetzt ist, wie diese ebenso nur durch diese Äußerlichkeit vermittelt, aber die Vermittlung mit sich ist, – die Reflexion, deren Bestimmungen sind, aber in diesem Sein schlechthin nur als Momente ihrer negativen Einheit.

Das Qualitative ist quantitativ. Diese Quantitativität macht als Rückkehr in sich, worin sie als das Qualitative ist, das Anundfürsichsein aus, welches das Wesen ist.

Aber das Maß ist erst an sich das Wesen. An sich meint hier das Wesen erst noch ganz abstrakt.

Das Maß ist erst im Begriffe das Wesen. Dieser Begriff des Maßes ist noch nicht gesetzt. Das Maß noch als solches ist selbst die seiende Einheit des Qualitativen und Quantitativen; seine Momente sind als ein Dasein, eine Qualität und Quanta derselben, die nur erst an sich untrennbar [sind], aber noch nicht die Bedeutung dieser reflektierten Bestimmung haben. Die Entwicklung des Maßes enthält die Unterscheidung dieser Momente, aber zugleich die Beziehung derselben, so daß die Identität, welche sie an sich sind, als ihre Beziehung aufeinander wird, d. i. gesetzt wird. Die Bedeutung dieser Entwicklung ist die Realisation des Maßes, in der es sich zu sich selbst ins Verhältnis und damit zugleich als Moment setzt. Durch diese Vermittlung wird es als Aufgehobenes bestimmt. Seine Unmittelbarkeit wie die seiner Momente verschwindet, sie sind als reflektierte. So als das hervorgetreten, was es seinem Begriffe nach ist, ist es in das Wesen übergegangen.

Entwicklung des Maßes

Das Maß ist zunächst unmittelbare Einheit des Qualitativen und Quantitativen so daß erstens ein Quantum ist, das qualitative Bedeutung hat und als Maß ist. Dessen Fortbestimmung ist, daß an ihm, dem an sich Bestimmten, der Unterschied seiner Momente, des qualitativen und quantitativen Bestimmtseins, hervortritt. Diese Momente bestimmen sich weiter selbst zu Ganzen des Maßes, welche insofern als Selbständige sind.

Indem sie sich wesentlich aufeinander beziehen wird das Maß zweitens Verhältnis von spezifischen Quantis als selbstständigen Maßen. Ihre Selbständigkeit beruht aber wesentlich zugleich auf dem quantitativen Verhältnisse und dem Größenunterschiede; so wird ihre Selbständigkeit ein Übergehen ineinander. Das Maß geht damit im Maßlosen zugrunde. Dies Jenseits des Maßes ist aber die Negativität desselben nur an sich selbst;

es ist dadurch drittens die Indifferenz der Maßbestimmungen und als reell mit der in ihr enthaltenen Negativität das Maß gesetzt als umgekehrtes Verhältnis von Maßen, welche als selbständige Qualitäten wesentlich nur auf ihrer Quantität und auf ihrer negativen Beziehung aufeinander beruhen und damit sich erweisen, nur Momente ihrer wahrhaft selbständigen Einheit zu sein, welche ihre Reflexion-in-sich und das Setzen derselben, das Wesen, ist.

Das Maß ist die einfache Beziehung des Quantums auf sich, seine eigene Bestimmtheit an sich selbst. So ist das Quantum qualitativ. Zunächst ist es als unmittelbares Maß ein unmittelbares, daher als irgendein bestimmtes Quantum. Ebenso unmittelbar ist ihm die zugehörige Qualität. Sie ist irgendeine bestimmte Qualität. Das Quantum als diese nicht mehr gleichgültige Grenze, sondern sich auf sich beziehende Äußerlichkeit ist so selbst die Qualität, und unterschieden von dieser geht es nicht über sie hinaus, so wie diese nicht über dasselbe hinausgeht. Es ist so in die einfache Gleichheit mit sich zurückgekehrte Bestimmtheit; eins mit dem bestimmten Dasein, so wie dieses mit seinem Quantum.

Von der Seite nun, nach welcher das Quantum gleichgültige Grenze ist, an der, ohne die Qualität zu ändern, hin- und hergegangen werden kann, ist seine andere Seite, nach welcher es qualitativ, spezifisch ist, auch unterschieden. Die Qualität bleibt gleich, das Maß wird nicht aufgehoben. Das Maß ist so ist eine Regel.

Regel und Überschreitung im Maß

  • Das Maß als Einfaches und Unmittelbares. Es ist qualitatives Quantum.
  • Durch Veränderung der Quantität ändert sich das Dasein, ohne seine Qualität zu ändern.
  • Es kann sich mit der Veränderung der Quantität aber auch die Qualität überschritten werden.
  • Denn die Quantität wie wir gesehen habe nicht nur der Vermehrung und Verminderung fähig, sondern sie ist überhaupt das Hinausschreiten über sich selbst. Dadurch wird eine entsprechende Qualität aufgehoben. Es wird damit nicht die Qualität überhaupt, sondern nur eine bestimmte Qualität negiert. Da aber das andere quantitative Verhältnis, des Maßes des ersten, ebenso sehr qualitativ ist, so ist das Maßlose gleichfalls ein Maß. Diese beiden Übergänge von Qualität und Quantum können wieder als unendlicher Progress vorgestellt werden.
  • Die Unmittelbarkeit des Maßes wird aufgehoben. Das Maß hebt sich auf in das Maßlose, in seine Negation. Die aber selbst wieder Einheit der Quantität und der Qualität ist. Und so geht es mit sich selbst zusammen.

Maß als qualitatives Quantum

Das Maß ist das qualitative Quantum. Durch das Ineinssetzen der unaufgehobener Momente Quantität und Qualität ist es als unmittelbares ein Quantum, an welches ein Dasein oder eine Qualität gebunden ist.

So wie das Dasein ein Unmittelbares und Einfaches ist, weil Sein und Nichts als unaufgehobene Momente ineinsgesetzt wurden, so ist das Maß das Setzen der Qualität und der Quantität und damit deren bewegte Einheit als ein Unmittelbares und Einfaches.

Das Maß als die Einheit der Qualität und der Quantität ist hiermit zugleich das vollendete Sein. Es ist nicht mehr das abstrakte und bestimmungslose Sein des Anfangs. Jetzt bestimmt sich das Sein selbst und seine vollendete Bestimmtheit erreicht es im Maß.

Am Anfang ist die im Maß vorhandene Identität der Qualität und der Quantität nur erst an sich, aber noch nicht gesetzt. Im Maß sind die Momente Quantität und Qualität enthalten, aber nicht mehr als unmittelbare, sondern als aufgehobene. Und so fallen Qualität und Quantität noch als seiende Bestimmtheiten im Maß vorerst auseinander.

Das Maß ist die Einheit dieser beiden Bestimmungen. So kann die quantitative Bestimmung des Daseins sich verändern, ohne daß sich die Qualität dadurch verändern würde. Anderseits kann durch das Vermehren oder Vermindern auch die Qualität überschritten werden.

Das Maßlose ist erstmal das Hinausgehen eines Maßes durch seine quantitative Natur über seine Qualitätsbestimmtheit. Denn die Quantität wie wir gesehen habe nicht nur der Vermehrung und Verminderung fähig, sondern sie ist überhaupt das Hinausschreiten über sich selbst. Dadurch wird eine entsprechende Qualität aufgehoben. Es wird damit nicht die Qualität überhaupt, sondern nur eine bestimmte Qualität negiert. Da aber das andere quantitative Verhältnis, das Maßes des ersten, ebenso sehr qualitativ ist, so ist das Maßlose gleichfalls ein Maß. Diese beiden Übergänge von Qualität und Quantum können wieder als unendlicher Progress vorgestellt werden. Der Unterschied der Töne kann als ein Beispiel dieses Progresses dargestellt werden.

Die Unmittelbarkeit des Maßes wird aufgehoben. Das Maß hebt sich auf in das Maßlose, in seine Negation. Die aber selbst wieder Einheit der Quantität und der Qualität ist. Und so geht es mit sich selbst zusammen.

Vom Fürsichsein zum Wesen

Das Fürsichsein hatte statt der abstrakteren Seiten des Seins und Nichts, Etwas und Anderes, nun aber die Qualität in die Quantität zu seinen Seiten. Die Qualität ist in die Quantität übergegangen und die Quantität in die Qualität. Damit sind beide als Negationen aufgezeigt. Im Maß in ihrer Einheit sind sie zunächst unterschieden und die eine nur vermittels der anderen. Nachdem diese Einheit sich als aufhebend erwiesen hat, so ist die Einheit nunmehr gesetzt als einfache Beziehung auf sich, welche das Sein überhaupt und dessen Formen als aufgehobene enthält. Das Sein welches durch die Negation ihrer selbst Vermittlung mit sich und Beziehung auf sich selbst ist, ist das Wesen.

„Wesen“ und „gewesen“

So kann hier zunächst daran erinnert werden, wie wir uns im Deutschen beim Hilfszeitwort sein zur Bezeichnung der Vergangenheit des Ausdrucks Wesen bedienen, indem wir das vergangene Sein als gewesen bezeichnen. Dieser Irregularität des Sprachgebrauchs liegt insofern eine richtige Anschauung vom Verhältnis des Seins zum Wesen zugrunde, als wir das Wesen allerdings als das vergangene Sein betrachten können, wobei dann nur noch zu bemerken ist, daß dasjenige, was vergangen ist, deshalb nicht abstrakt negiert, sondern nur aufgehoben und somit zugleich konserviert ist.

Maß, Dasein und bewegte Einheit

Das Maß ist wie das Dasein als ein Ineinsgesetztes unaufgehobener Momente ein Unmittelbares, Einfaches. Sein und Nichts ist identisch. Oder wie beim Fürsichsein: Qualität und Quantität ist auch identisch. Das Maß ist das Setzen der Qualität und der Quantität deren bewegte Einheit als ein Unmittelbares und Einfaches.

Aber wichtig: immer bewegte Einheit. Das eine hat den Trieb in sich, zum anderen zu bestimmen.

Das Sein wie es durch alle seine logischen Veränderungen gleich bleibt, also Qualität, Quantität und Maß, das immer sich gleich Bleibende und mit sich identisch Bleibende, das hinter all den seinslogischen Erscheinungen zugrunde liegende, das ist nun nicht mehr das Sein des Anfangs, sondern das Wesen. Hier auch interessant die deutsche Sprache, nämlich das Wesen als das gewesen Sein; Sein in der Vergangenheitsform ist nicht mehr das unmittelbare Sein, sondern das Sein, das sich durch seine Vermittlung mit sich wieder hergestellt hat.

Und bei Maß geht auch wieder etwas mit sich zusammen, so wie schon bei Sein, Nichts, Realität, Negation, Etwas und Anderes, Reputation und Attraktion und so weiter; aber es ist nicht dasselbe wie vorher, sondern jetzt auf einer höheren Begriffsebene als zuvor. Der Begriff ist jetzt konkreter, komplexer, nämlich als Übergehen von Qualität in Quantität und andersherum.

Zusammenfassung: Das Maß erscheint als Einheit von Qualität und Quantität und entfaltet sich über Regel, Maßloses und Indifferenz bis zum Übergang ins Wesen. Dabei schlägt die Quantität in Qualität um (und umgekehrt), wodurch sich das Maß als einfache Beziehung auf sich realisiert und schließlich das vollendete Sein erreicht. Im Wesen besteht keine unmittelbare Verwandlung mehr, sondern die reflektierte Beziehung, in der die Bestimmungen des Seins aufgehoben sind.